Demographie und Pflegenotstand

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Die demographisch bedingte Zunahme der Zahl älterer und alter Menschen in unserer Gesellschaft führt zu einem erheblichen Anstieg der Pflegebedürftigkeit. Nach Schätzungen des Statistischen Bundesamts ist damit zu rechnen, dass die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland von derzeit etwa 2,5 Millionen auf 3,2 Millionen 2030 und 4,2 Millionen 2050.

Von den derzeit etwa 2,5 Millionen pflegebedürftiger Menschen sind etwa ein Drittel auf stationäre Pflege angewiesen, zwei Drittel werden ambulant oder in der Familie mit Pflegeleistungen versorgt.

Fachkräftemangel in der PflegeDabei bestehen für die in der Pflege Beschäftigten eine mehrfache Problematik: Einerseits steigt der Bedarf an Pflegeleistungen ohne eine entsprechende Ausweitung des Personals, ihrer Ausbildung sowie Weiterbildung; andererseits steigen die Alterstrukturen auch für die Pflegekräfte selbst. So ist in den letzten 10 Jahren der Anteil der unter 35-jährigen Beschäftigten in der Pflege um 15 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig hat der Anteil der über 50-Jährigen um die Hälfte, also 50 Prozent, zugenommen.

Bei den überdurchschnittlich hohen physischen und psychischen Belastungen dieser Tätigkeitsbereiche wiegt diese gravierende Veränderung der Altersstrukturen bei Pflegebedürftigen und Pflegekräften besonders stark. Dies gilt sowohl für die Kranken- wie die Altenpflege. In fast allen Regionen der Bundesrepublik ist derzeit bereits ein Mangel an Kranken- und Pflegepersonal festzustellen, der in den nächsten Jahren und Jahrzehnten zu einem Pflegenotstand führen kann.

Nicht nur die Erhöhung der Altersstrukturen, sondern auch eine hohe Fluktuation und Krankheitsquote verschärfen den Mangel im Pflegebereich. Ausschlaggebend hierfür sind die außergewöhnlich hohen physischen und psychischen Belastungen dieser Tätigkeiten; die viel zu engen Personalbudgets; die unzureichende Aus- und Weiterbildung, die häufig auch noch mit hohen Kosten für die Auszubildenden verbunden sind; die ständig wechselnden Arbeits- und Schichtzeiten mit Wochenend- und Feiertagsarbeit; die mangelnde Kinderbetreuung; die vergleichsweise niedrigen Löhne und das schlechte gesellschaftliche Image.

Deutlich wird damit die Komplexität nicht nur der Hintergründe für den Personalmangel bei den Gesundheits- und Pflegeberufen, sondern auch der erforderlichen personal- und arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen – wie in dem Handbuch des medhochzwei Verlages und insbesondere in meinem Beitrag näher ausgeführt wird (hier der Link zum Handbuch).

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