Gedanken zum 1. Mai

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Vielen wird es ähnlich gegangen sein wie mir: ich habe meinen Ohren nicht getraut, als ich von der Äußerung des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer hörte: „Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären“ Auch die von ihm inzwischen geäußerten Entschuldigungen ändern nichts an dem ethischen Abgrund  derartiger Gedankengänge und Äußerungen.

Weniger drastisch begegnen sie uns tagtäglich bei der Umkehr von strikten Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens zu den begonnenen Lockerungen. Geschürt werden soll die „Rebellion“ gegen die Solidarität aller Bürger zur Bekämpfung der Corona Pandemie. Dabei sollen die Jüngeren, die tatsächlich oder vermeintlich geringere Gesundheitsrisiken tragen, ins Feld gegen die Älteren und gesundheitlich eingeschränkten Menschen geführt werden- überspitzt ausgedrückt: die Älteren sollen in Quarantäne, damit sich die Jüngeren wieder ungehindert bewegen können. Im Endeffekt dienen soll dies der Wirtschaft, aus der inzwischen unverhohlen die Anforderungen nach Konzepten zum „Hochfahren“ zu hören sind.  Als SoVD sind wir aufgerufen, in unserer Verantwortung für vielfach ältere und behinderte Menschen, diesen gesellschaftlichen Konflikt zu entlarven und unser Grundgesetz entgegenzuhalten: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dies muss auch in Corona und Nach Corona Zeiten für alle Menschen gelten unabhängig von Lebensalter, Gesundheit und sozialem Status.

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