Solidarität erfordert faire Löhne

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Als ehemalige Stellvertretende Vorsitzende des DGB habe ich über viele Jahrzehnte die 1.Mai-Veranstaltungen maßgeblich mitgestaltet. Dies konnte ich auch weitgehend fortsetzen seit ich mich ehrenamtlich im Sozialverband Deutschland engagiere, jetzt auch als Vizepräsidentin und Landesvorsitzende in Berlin-Brandenburg. In diesem Jahr war ich zur 1.Mai-Rede vom DGB Mülheim eingeladen. Als weiterer Redner war Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorgesehen.

Wegen der Corona Pandemie hat der DGB alle 1.Mai-Demonstrationen abgesagt. Gerne bin ich dem Angebot des DGB Mülheim gefolgt und habe das nachfolgende Video zur Verfügung gestellt.

Da sich seit der Aufnahme am 14. April die Ereignisse rund um Corona überschlagen möchte ich meine Botschaft zum 1. Mai ergänzen: Besonders betroffen hat mich gemacht, dass der überfällige Bonus für Beschäftigte in den  stark gefährdeten Gesundheits- und Pflegeberufen im Streit über die Finanzierung zu scheitern drohte. Mit Erleichterung habe ich daher zur Kenntnis genommen, dass sich die Bundesregierung jetzt endlich dazu durchgerungen hat, diese längst überfälligen Aufbesserungen des Einkommens gerade für die schlecht bezahlten Pflegeberufe zu leisten.

Deshalb fordere ich an diesem 1. Mai 2020: Die Bonuszahlungen müssen auf 1.500 Euro im Monat aufgestockt, rückwirkend gezahlt und auch in der Zukunft beibehalten werden. Die Corona Pandemie sollte uns allen nur zu deutlich gezeigt haben: Gerade die Beschäftigten in diesen existenziell wichtigen Berufen haben eine erheblich größere Wertschätzung und Bewertung ihrer Arbeit durch höhere Löhne verdient – aber nicht als Einmalaktion, sondern auf Dauer. Dies muss auch für Beschäftigte in anderen öffentlichen und privaten Dienstleistungen gelten – insbesondere der Grund- und Lebensmittelversorgung, der Kinderbetreuung oder der Verkehrs- und IT-Infrastruktur. Dabei ist bezeichnend für die Lohndiskriminierung, dass diese als systemrelevant geltenden Tätigkeiten zu knapp 75 Prozent von Frauen ausgeübt werden. Es ist beschämend, dass ganze Berufsgruppen erst in der Krise die ihnen zukommende Aufmerksamkeit erfahren, nachdem uns allen ihre gesellschaftliche Unverzichtbarkeit für Gesundheit bis zur Rettung von Leben tagtäglich vor Augen steht.

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