Die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung

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Was haben McDonald’s Hamburger mit Kinderhilfe zu tun? Das fragte ich mich schon, als ich die Einladung zum Besuch des Ronald McDonald Hauses Berlin Buch der McDonald’s Kinderhilfe Stiftung erhielt. Abgesehen davon, dass insbesondere Kinder und dann notgedrungen auch ihre Eltern die McDonald’s Hamburger konsumieren, sind diese Häuser der Kinderhilfe ein überraschendes und beeindruckendes Gegenstück: Kinder- und Elternhilfe werden sicher nicht unbedingt mit dem durch- und teilweise überrationalisierten Fließbandvertrieb nach amerikanischem Muster der Fast Food Kette in Verbindung gebracht.

Aber dieser Besuch zeigte mir wieder einmal, wie notwendig es ist, Schablonen und Vorurteile in den Köpfen und Herzen abzubauen. Den Einstieg hierzu hatte ich bereits bei der freiwilligen Schlichtung des Lohn- und Manteltarifvertrages am 16. Dezember 2014 machen dürfen. Dabei war es gelungen, einen Kompromiss zwischen dem Bundesverband der Systemgastronomie (BdS) und der zuständigen Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) zu erreichen. Dabei  war schon zunächst einmal eine positive Ausgangslage, dass sich beide Tarifparteien der Systemgastronomie – also vornehmlich  McDonald’s, Burger King, Starbucks, Kentucky Fried Chicken – darauf verständigt haben, den gesetzlichen Mindestlohn ohne Karenzzeit ab 1.1.2015 einzuführen. Ebenfalls nimmt der Bundesverband der Systemgastronomie nur Mitglieder auf, wenn sie die Tarifverträge akzeptieren – alles andere als eine Selbstverständlichkeit in unserer auf schnelllebigen Kommerz ausgerichteten Wirtschaft und Gesellschaft. Präsident des BdS ist der Personalvorstand der McDonald’s Deutschland, Wolfgang Goebel. Abgerundet wurde mein positives Bild des BdS durch den herzlichen Empfang bei der Mitgliederversammlung am 21. Mai in Düsseldorf, obwohl ich infolge einer dicken Erkältung kaum einen Ton herausbringen konnte.

Es war ein besonders bewegender Besuch am 15. Oktober in dem Ronald McDonald Haus Berlin-Buch der McDonald’s Kinderhilfe Stiftung. Der Chefarzt der Helios Klinik für Kinder und Jugendliche, Prof. Dr. med. Schweigerer, hatte sich den gesamten Vormittag Zeit genommen, um das Konzept dieses Kinder- und Familienhauses aus medizinischer und psychologischer Sicht zu erläutern. Der Vorstand der Stiftung, Adrian Köstler, war ebenfalls den gesamten Vormittag verfügbar, um die betriebswirtschaftlichen und finanziellen Rahmen und Bedingungen dieser Stiftungsprojekte zu erläutern. Einen besonders herzlichen Empfang bereitete die Leiterin des Ronald McDonald Hauses Berlin Buch, Frau Renate Gerlach, mit ihren beiden Mitarbeiterinnen.

Von links oben: Wolfgang Goebel, Prof. Dr. Schweigerer, Adrian Köstler, neben mir Renate Gerlach
Von links oben: Wolfgang Goebel, Prof. Dr. Schweigerer, Adrian Köstler, neben mir Renate Gerlach

Nach einigen Irrwegen war der Empfang in dem ansprechenden Holzgebäude auf dem Gelände der Helios Klinik in Berlin Buch an diesem nasskalten Oktobertag wie der Eintritt in eine Oase. Ich fühlte mich sofort an skandinavische offene, ansprechende,  Licht durchflutete sowie mit Geschmack und der Liebe für das Detail eingerichtete Gebäude  erinnert. Besichtigung und Informationsgespräche begannen mit einer Tasse Milchkaffee von einem gepflegten Kaffeeautomaten mit dem Namen „Fritz“.

Ich konnte mir sofort vorstellen, dass das medizinische und psychologische Konzept dieser McDonald’s Kinder- und Familienhäuser stimmte. Es war eine „Oase“ für schwerkranke Kinder und ihre Eltern, um die Strapazen der medizinischen Untersuchungen, Behandlung  und Betreuung hinter sich zu lassen. Die Gemeinschaftsräume, ebenso wie die Familien-Appartements zeigten in eindrucksvoller Form das Konzept eines ganzheitlichen medizinischen Gesundheitskonzepts, was gerade für Kinder einen entscheidenden Beitrag zur Gesundung bzw. dem Ertragen ihrer schweren Krankheit  leisten kann. Geboten wurden Familienappartements sowie hervorragend konzipierte und eingerichtete Gemeinschaftsräume – von der Küche, über  Ess- und Wohnzimmer, Spielecken für Kinder aller Altersstufen, Bibliothek und Ruheraum. Dabei wurde sofort der Eindruck vermittelt, dass hier das bestmögliche geleistet wurde, um den Familienzusammenhalt in diesen oft schweren und bitteren Stunden, wenn es sein musste bis zum  Tode des Kindes, zu erhalten.

Dabei konnte ich sehr gut nachvollziehen, dass diese ansprechenden Räumlichkeiten vor allem für die Geschwister der kranken Kinder einen entscheidenden Ausgleich für die physischen und psychischen Belastungen der gesamten Familie bei schwerer Erkrankung eines Kindes bieten konnten. Wie der Chefarzt der Kinderklinik, Dr. Schweigerer, und auch die Leiterin, Frau Gerlach, immer wieder überzeugend darlegten, trägt diese Möglichkeit des familiären Zusammenlebens zumindest am Wochenende mit den kranken Geschwistern entscheidend dazu bei, die Ängste und das Gefühl des Verlassenseins  abzubauen und somit das Familienleben zu stabilisieren.

Wie der Vorstand der Stiftung, Herr Köstler, und der Personalvorstand von McDonald’s Deutschland, Herr Goebel darlegten, unterliegt die Stiftung deutschem Stiftungsrecht, arbeitet unabhängig von der amerikanischen Aktiengesellschaft McDonald’s mit einem Kuratorium und einem Stiftungsbeirat. Etwa ein Drittel der Aufwendungen kommt über die Finanzierung der Begleitpersonen bei schwerkranken Kindern von der gesetzlichen Krankenversicherung. Die restlichen zwei Drittel werden über Spenden geleistet, wobei  die McDonald’s Franchiser einen beachtlichen Anteil leisten. Dies gilt für alle 22 Häuser für die Kinder- und Familienhilfe in Deutschland. Im Übrigen kam Herr Köstler gerade aus Krakau, wo er das erste Ronald McDonald Haus in Polen einweihen konnte.  Die Sammelaktionen für diese Projekte der Kinderhilfe in den McDonald’s Restaurants haben für mich jetzt ein Gesicht und eine besondere Bedeutung.

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