Koalitionsverhandlungen zum Prostitutionsgesetz: Appell des Magazins Emma gegen Prostitution

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Anfang Oktober hat das Frauenmagazin Emma einen Appell gegen die Prostitution veröffentlicht und Unterschriften gesammelt. Zielrichtung ist eine Verschärfung des Prostitutionsgesetzes von 2002 in den gegenwärtigen Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD. Bereits nach einer Woche gab es bereits 90 Erstunterzeichnerinnen aus allen Parteien und Institutionen. Inzwischen wurde der Appell Bundeskanzlerin und Bundestag übergeben.

Erstunterzeichnerin mit folgender Begründung:

Die künftigen Koalitionspartner müssen dringend das Prostitutionsgesetz ändern. Die Gesetzgebung, die 2002 in Kraft trat, ist schlicht unmöglich. Das war kein Schutz für die Frauen, sondern ein Freibrief für Menschenhändler. Die Prostitution hat seither enorm zugenommen, besonders nach der Öffnung der EU-Grenzen nach Mittel- und Osteuropa mit verheerenden Folgen. Mittlerweile gilt Deutschland als das Bordell Europas. Das kann man nicht länger hinnehmen.

 Das Prostitutionsgesetz führte nur dazu, dass mehr abkassiert wird, über Steuern und (über) Sozialversicherungsbeiträge. Auch die Bestrafung des Prostitutionshandels bei wirtschaftlicher und persönlicher Abhängigkeit der betroffenen Frauen ist schwer zu beweisen, vor allem da sie kaum Aussagen wagen. Zudem ist die Polizei mit der Kontrolle von Prostitutionsbetrieben hoffnungslos überfordert. Letztlich verdienen nur Kriminelle. Menschenhandel ist nach dem Drogen- und dem illegalen Waffenhandel eines der lukrativsten Verbrechen. Auf Dauer sehe ich keine Alternative zum Vorgehen der schwedischen Regierung, die Prostitution konsequent unter Strafe stellt. Ich finde den Verkauf von Sex und den Verdienst daran schäbig und dreckig. Das ist für mich eine eklatante Verletzung der Menschenwürde sowie der Ausnutzung bitterer Armut und Not der Frauen.

(Appell unter www.emma.de)

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