Im Mammut-Wahljahr 2011 ist es an der Zeit, die sozialpolitische Bilanz der Bundesregierung von CDU/CSU und FDP unter Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ziehen. Trotz guter Entwicklung von Wirtschaft und Beschäftigung drohen weiterhin erhebliche Gefahren aus den schwelenden Finanzkrisen. Ohne Scham verlagert die schwarz-gelbe Regierungskoalition die gigantischen Kosten für marode Banken und überschuldete Euroländer auf Arbeitnehmer, Arbeitslose, Familien und Kinder. Die vom Bundesverfassungsgericht verlangte Verbesserung der Hartz IV-Leistungen ist völlig unzureichend und wird verzögert.Gleichzeitig hat die Regierung den Ausstieg aus der solidarischen Krankenversicherung eingeleitet. Rücksichtslos treibt sie die Spaltung in unserer Gesellschaft voran. Erforderlich ist ein Paradigmenwechsel in der Sozialpolitik durch tarifliche und gesetzliche Mindestlöhne, Eingliederung in gute Ausbildung und Arbeit, Verhinderung von prekärer Beschäftigung bei Leiharbeit und befristeter Beschäftigung sowie 400- und Ein-Euro-Jobs, Qualifizierung als lebenslanges Lernen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und nicht zuletzt durch Wiederherstellung einer solidarischen, zukunftsfähigen Sozialversicherung.
Kämpfen mit Herz und Verstand
Sie ist eine der ersten Frauen, die eine Spitzenposition im Wirtschaftsleben errungen haben. Seit ihrer Jugend unabhängig und freiheitsliebend, studierte sie Volkswirtschaft, um die Welt zu verstehen und zu verändern. Arbeitsmarktpolitik wurde ihr großes Thema.
Als junge Forscherin brach sie in eine Männerdomäne ein und fiel bald durch exzellente Kenntnisse und großes Engagement auf. Als Mitglied in wichtigen internationalen Gremien, Vizepräsidentin der Bundesanstalt für Arbeit und stellvertretende DGB- Vorsitzende machte die Mutter von zwei Kindern eine steile Karriere – eine Einzelkämpferin in einer von Männern beherrschten Welt.
Beherzt, ausdauernd und mit diplomatischem Geschick setzte sie sich für Arbeitnehmer und Arbeitslose ein. Vorausschauend und couragiert kritisierte sie früh die Folgen des Sozialabbaus. Bis heute ist Ursula Engelen- Kefer eine echte Kämpferin und ein Beispiel für die Befreiung der Frauen.
Publikationen
Handbuch für Selbstverwalter. Die ehrenamtlichen Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter der Sozialversicherung sind Vertreter der Versicherten, Patientinnen und Patienten und Rentnerinnen und Rentner.
Beschäftigungspolitik. Eine problemorientierte Einführung mit einem Kompendium beschäftigungspolitischer Fachbegriffe, Bund-Verlag, Köln, Erste Auflage 1976;
zweite überarbeitete und erweiterte Auflage 1980; dritte, völlig neu bearbeitete Auflage mit den Koautoren: Jürgen Kühl, Peter Peschel, Hans Ullmann, 1995.
Abgrenzung regionaler Aktionsräume der Arbeitskräftepolitik, Verlag Otto Schwartz &Co, Göttingen 1973 (Mitautor Paul Klemmer).
Reformoption Bürgerversicherung. Wie das Gesundheitssystem solidarisch finanziert wird kann (Hrsg.)VSA Verlag Hamburg, 2004.
Plädoyer für die Revitalisierung der Politik. Gewerkschaftspolitik gegen die Spaltung, in: Rudolf Dreßler, Oskar Negt, Henner Wolter (Hrsg.) Jenseits falscher Sachzwänge, Streiten für eine zukunftsfähige Politik, Detlef Hensche zum 60.Geburtstag, VSA Verlag Hamburg 1998.
Perspektiven der Sozialpolitik, in: Gegen den gesellschaftspolitischen Imperialismus der reinen Ökonomie, Gedächtnisschrift für Gerhard Weisser, (Hrsg.: Heinrich A. Henkel, Lothar F.Neumann, Hajo Rohman),Metropolis-Verlag, Marburg 1998.
Fehler und verpasste Chancen. Dreieinhalb Jahrzehnte Sozial- und Arbeitsmarktpolitik für die Gewerkschaften, in: Claus Schäfer, Hartmut Seifert (Hrsg.) Kein bisschen leise: 60 Jahre WSI, VSA Verlag Hamburg, 2006.
Medien und Sozialstaat, in: Tagesthema ARD - Der Streit um das Erste Programm, herausgegeben von Wilhelm von Sternburg, Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1995.
Sozialplan, in: Handwörterbuch des Personalwesens Hrsg. E. Gaugler, Stuttgart 1975.
Sozialstaat und Grundgesetz, in: Soziale Sicherheit 3, 1993.
Keine Arbeit ohne Recht, in: Arbeit und Recht, Heft 10,1999.



