Wenn ich „Arbeit“ als ersten Schwerpunkt meiner Themen nenne, so ist dies gleichzeitig das prioritäre „Programm“ und „Projekt“ meiner bisherigen und zukünftigen Arbeit. Bereits seit meinem Studium der Volkswirtschaft habe ich mich -entgegen dem damals an meiner Universität Köln vor allem vertretenen neoklassischen Mainstream (Arbeit als Kosten- und Produktivitätsfaktor)- den Elementen und Kriterien für „gute Arbeit‘“ verschrieben. Dies hat mein wissenschaftliches, berufliches und politisches Leben bis heute maßgeblich geprägt.
Behandelt werden auf meiner Webseite unter dem Themenfeld „Arbeit“ die politischen Entwicklungen hinsichtlich der Beschäftigung, den Arbeitsbedingungen und der Qualifizierung.
Bei der Gestaltung der Webseite „Arbeit“ mit den Themenbereichen -Beschäftigung, Arbeitsbedingungen und Qualifizierung- sind für mich folgende Entwicklungen maßgebend:
Im Zuge der Durchsetzung neoliberaler Wirtschaftspolitik - national wie global – mit einem erneuten Schub nach dem Fall der Mauer zwischen Ost und West geriet ich als Stellvertretende Vorsitzende des DGB und Mitglied im Parteivorstand der SPD in das Fadenkreuz der politisch-ideologischen Konflikte.
Höhepunkte dieser politischen Auseinandersetzungen waren die Sozialabbaupolitik:
(1) In der Endphase der schwarz-gelben Bundesregierung unter Bundeskanzler Helmut Kohl mit dem Tabubruch der Einschränkung der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall;
(2) In der rot-grünen Bundesregierung unter Bundeskanzler Gerhard Schröder durch:
(a) Die „Riesterrente“ – Einführung der kapitalgedeckten privaten Altersrente zu Lasten der solidarischen gesetzlichen Rentenversicherung mit der Folge massiver Absenkung des Rentenniveaus – und damit Entlastung der Arbeitgeber als Beitragszahler auf Kosten der Arbeitnehmer sowie des Steuerzahlers;
(b) Den Paradigmenwechsel in der Arbeitsmarktpolitik: Einführung der Hartz Gesetze- insbesondere Hartz IV- mit der Verschärfung des Drucks auf Arbeitslose, der drastischen Ausweitung prekärer Beschäftigung, Niedriglohnsektoren und Armut bei Arbeit,
(c) Die Zerstörung der „politischen Kultur“ durch den zunehmenden Einfluss der Lobbyisten; die Entmachtung des Parlaments durch die Ministerialbürokratie, das sich ausbreitende „Ausschuss-Unwesen“ und der Ersatz der Politik durch Public Relations.
(3) In der Großen Koalition unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Vizekanzlern (Franz Müntefering) sowie Frank Walter Steinmeier (SPD) die Einführung der Heraufsetzung des gesetzlichen Rentenalters von 65 auf 67 Jahre von 2012 bis 2029.
(4) Die schwarz-gelbe Bundesregierung unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ist mit besonders schwierigen Themen befasst, um die Urteile des Bundesverfassungsgerichtes umzusetzen: Neuordnung der Job Center und der Regelsätze in der Grundsicherung - insbesondere für Kinder. Darüberhinaus enthält der Koalitionsvertrag weitere Verpflichtungen zur Korrektur von Hartz IV: Heraufsetzung der Freibeträge für das Vermögen zur Alterssicherung sowie des Hinzuverdienstes; Zusagen gibt es weiterhin für die Fortsetzung der erleichterten Kurzarbeitergeldregelung sowie die Bekämpfung der Missbräuche bei der Leiharbeit.
Ein wenig Genugtuung habe ich empfunden, dass durch die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) als Soziales Gewissen der Vereinten Nationen (UN), in den letzten Jahren das Konzept des „DecentWork“ (Gute Arbeit) auch in der Europäischen Union und der Bundesrepublik an Bedeutung gewann. Dabei wurde zumindest konzeptionell vorgegeben, dass Arbeitnehmer nicht nur als Kosten- und Produktionsfaktoren zu bewerten sind, sondern als Menschen mit vielfältigen Interessen sowie Fähigkeiten und es daher -auch im Interesse der Wirtschaft- vor allem auf die humane Gestaltung der Arbeit und Arbeitsbedingungen ankommt – sozusagen die Wiederentdeckung der „Humanisierung der Arbeit“ aus der Reformphase der Bundesregierung unter Willy Brandt Anfang der 1970er Jahre und Anpassung für ein Zukunftskonzept in der EU und der Bundesrepublik für das 21. Jahrhundert. Die bisher in der Bundesrepublik zu erkennende praktisch-politische Auswirkung ist die Bereitschaft, die berufliche Integration der bisher benachteiligten Personengruppen anzugehen: Frauen, jüngere, ältere, gesundheitlich Eingeschränkte sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Dies sind allerdings bislang noch überaus „zarte Pflänzchen“- häufig beschränkt auf politische Absichtserklärungen. Sie müssen dringend weiter gepflegt werden.
Einen gewissen Anlass zur Hoffnung gibt dabei die auch von höchster politischer Stelle immer in jüngerer Zeit häufiger geäußerte Sorge vor dem drohenden Facharbeitermangel infolge der demographischen Veränderungen als Wirtschafts- und Wachstumsbremse.
Behandelt werden auf meiner Webseite unter dem Themenfeld „Arbeit":
- Die Quantität und Qualität von Beschäftigung und Arbeitsplätzen in der Differenzierung: Global, national, regional, Wirtschaftsbereiche, Branchen, Unternehmens- sowie Betriebsgrößen- und-formen, Berufsgruppen, Personengruppen;
- Die Arbeitsbedingungen und Arbeitsgestaltung – insbesondere: Arbeitszeiten, Arbeits- und Gesundheitsschutz; Niveau und Strukturen der Entlohnung und sonstiger betrieblicher Sozialleistungen; Tarif- und Betriebspolitik, Mitbestimmung auf Unternehmens und Betriebsebene; Berücksichtigung benachteiligter Personengruppen; alters- und alternsgerechte Arbeitsgestaltung; Vereinbarkeit von Familie und Beruf; Zusammenarbeit mit externen Institutionen von den Sozialversicherungssystemen, den Verbänden, den Bildungsträgern bis zur Bundesagentur für Arbeit;
- Die Bildung und Qualifizierung im umfassenden Sinn als Prozess des lebenslangen Lernen- in der Differenzierung nach Unternehmens- und Betriebsgröße, Wirtschaftsbereichen, Branchen und Berufsgruppen sowie mit besonderer Berücksichtigung verschiedener Personengruppen;

